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ASVÖ vereint und vernetzt

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ASVÖ vereint und vernetzt

Wir bewegen uns weiter: Um die Megatrends und Entwicklungen im organisierten Sport zu beleuchten und daraus Handlungsfelder abzuleiten, stand erstmalig ein bundesweites ASVÖ-Vernetzungstreffen auf dem Programm. Unseren gemeinsamen Wissens- und Erfahrungsaustausch im steierischen Tauplitz begleitete Trend- und Zukunftsforscherin Anja Kirig vom renommierten Zukunftsinstitut. Die Keynote-Speakerin bewies: "Megatrends formen die (Sport-)Gesellschaft. Wer offen, mit wertfreier Neugierde und Mut auf sie reagiert, kann seine Zukunft besser gestalten."

Als "langsame, nicht lineare Lawinen der Veränderung", bezeichnete Anja Kirig die insgesamt zwölf Megatrends. Die zentralen Treiber des Gesellschafts- und Wirtschaftswandels prägen unsere Zukunft auf lange Sicht. Sie begleiten uns in unserem täglichen Leben und entfalten ihre Dynamik über Jahrzehnte. Sechs dieser Megatrends sind besonders relevant für den organisierten Sport:

  • Individualisierung
  • Gender Shift
  • Silver Society
  • Gesundheit
  • New Work
  • Neo-Ökologie

Gemeinsam mit uns analysierte die Trend- und Zukunftsforscherin am ersten Tag unseres Vernetzungstreffens im Detail, wie der Sportverband in den kommenden Jahren aussehen kann, welche Herausforderungen auf ihn zukommen und wie sich diese erfolgreich meistern lassen.

Megatrends im organisierten Sport

Individualisierung bedeutet die Freiheit, seine Lebensziele selbst zu gestalten. Doch die zahlreichen Entscheidungsmöglichkeiten führen oft zu Orientierungslosigkeit und fehlenden Ankerpunkten. "Menschen suchen nach Gemeinschaftsformen, nach einer Wir-Kultur, nach einem Miteinander unter neuen Bedingungen. Das veränderte Kollektivbewusstsein innerhalb des Individualismus äußert sich in einer Co-Individualisierung", fasste die Politologin und Autorin zusammen. Der Megatrend zeigt deutlich, dass Vereinsangebote noch flexibler und offener gestaltet werden müssen, um Sport als Motiv der Identitätsfindung und Persönlichkeitsentwicklung zu begreifen.

Gender Shift und Silver Society illustrieren, dass traditionelle Rollenzuschreibungen und klassisch lineare Biografien immer mehr infrage gestellt werden. "Im ASVÖ setzen wir uns über Biologismen hinweg und schaffen neue Role Models", macht sich Präsident Christian Purrer für gelebte Diversität und Geschlechtervielfalt stark. In der älteren Gesellschaft sind Schlagworte wie 'Multigrafien' (statt Biografien), Post-Adoleszenz, Reorientierung und Un-Ruhestand von zentraler Bedeutung. Ein 'zweiter Aufbruch' ist unter Individuen ab 50 spürbar. Dieser ist in einem ausgeprägteren Fitnessbewusstsein, Aufgeschlossenheit, vermehrtem Weiterbildungswunsch und wachsender Mobilität sichtbar. Daneben profitieren jüngere Menschen von der Erfahrung älterer Generationen, die als Mentoren auftreten und die Sportvereine mitgestalten.  

Im Bereich Gesundheit und New Work spielen mentale Fitness und Work-Life-Blending, das heißt, die Vermischung der Sphären Berufs- und Privatleben, hinein. Im Sport ist längst angekommen, dass Umweltbedingungen und das soziale Netzwerk einen großen Einfluss auf den Gesundheitszustand haben. Freizeitsport sollte zudem als Teil der Arbeitskultur verstanden und Synergien genutzt werden. So können beispielsweise Sportplätze als Coworking-Spaces genutzt werden.

Neo-Ökologie ist einer der größten Treiber des Gesellschaftswandels. Der Subtrend 'Green Pressure' signalisiert für Politik, Gesellschaft und Wirtschaft den Druck zum Handeln, um kommenden Krisen zu begegnen. Im organisierten Sport bedeutet dies, Sportanlagen einen Mehrwert zu verleihen. Das heißt beispielsweise, sie neben ihrer Funktion als klassische Trainingsstätten zusätzlich als Überflutungsbecken oder als Hitzeschutz einzusetzen. Aber auch der Wissenstransfer mischt im Bereich Neo-Ökologie mit: Der ASVÖ unterstützt seine Vereine mit Know-how und Personal auf diesem Gebiet. 

Gemeinsam die nächsten Schritte gehen

Das Motto 'vereint und vernetzt' bewegte uns im wahrsten Sinn des Wortes: Am Abend des ersten Workshop-Tages führte uns Sportinstruktorin, Gesundheitstrainerin und Bewegungscoach Sonja Irendorfer durch ein Mobilisierungs- und Meditationstraining mit Ausblick auf den beeindruckenden Grimming – der übrigens der höchste freistehende Berg Europas ist. Die Übungen stärkten uns als Team und machten uns erneut klar, welche bewegende Kraft unsere Arbeit im ASVÖ hat und wo die Reise hingeht.

ASVÖ: engagiert für eine lebenswerte Zukunft

Das Thema Nachhaltigkeit gilt es, als zentrales Thema auf Kurs zu halten und weiter voranzutreiben. "Wir wollen durch unsere Arbeit nachhaltige Wirkungen auf ökologischer und sozialer Ebene sowie im Bildungs- und Gesundheitsbereich erzielen", unterstrich ASVÖ-Präsident DI Christian Purrer am zweiten Workshop-Tag. "Dafür setzen wir auf erneuerbare Energien und wollen deren Potenziale den Sportvereinen zugänglich machen. In Vorarlberg werden wir die erste Erneuerbare-Energiegemeinschaft des ASVÖ ins Leben rufen. Eine enge Kooperation mit den Energieversorgern soll Vereinen die Investition in Photovoltaikanalagen erleichtern. Im Burgenland werden dazu bereits Gespräche geführt."

Inklusionsmotor Sport

Dr. Heinz Tippl, Mitbegründer der Bildungsinitiative für Sport und Inklusion (BISI), gab Einblicke in die Grundpfeiler der Integrationsförderung von Menschen mit Beeinträchtigungen. "Inklusiver Sport bedeutet Sport für alle und mit allen, ohne jemanden auf Grund von körperlichen oder intellektuellen Beeinträchtigungen vom Sport auszuschließen. Wir wollen Menschen mit und ohne Behinderungen zum gemeinsamen Training und Wettkampf in verschiedenen Sportarten zusammenbringen", verdeutlicht Tippl.

Das bestehende ASVÖ-Programm 'Grenzenlos fit' bildet einen guten Ansatzpunkt für weitere inklusive Maßnahmen. Projektkoordinator Christoph Hesse: "Das Motto lautet: Geht nicht, gibt’s nicht!"

Handlungsfelder Chancengleichheit, Bildung, Kommunikation

"Um Gleichberechtigung voranzutreiben, müssen wir an verschiedenen Schrauben drehen. Dazu gehört im Sport das Netzwerken, das heißt, sich mit Frauen jeden Alters, unabhängig von Herkunft oder Religion, Kultur oder körperlicher Leistungsfähigkeit zu verbinden", stellt Mag.a Silvia Jury, Genderbeauftragte im ASVÖ, fest.

Weitere Schwerpunkte des Wissens- und Erfahrungsaustausches war die verbandsinterne Ausbildungsschiene und Kommunikation. Jürgen Einwanger, Sozialpädagoge und Leiter der Akademie des Österreichischen Alpenvereins, erläuterte die langjährige Aufbauarbeit für die Einrichtung dieser Bildungsplattform. "Ziel für den ASVÖ ist, einen Fahrplan zu schaffen, um ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihre vereinsspezifischen Aufgaben auszubilden, zu qualifizieren und zu motivieren. Dabei spielen Digitalisierung und einheitlicher Außenauftritt im Ausbildungssektor eine wesentliche Rolle", bekräftigte der Experte.

PR-Experte Wolfgang Gramann definierte mit uns unsere gemeinsamen, nachhaltigen Kommunikationsziele.

Zwei bewegende Tage

Spannende Themen und engagierte Diskussionen im Team machten das Vernetzungstreffen zu einem produktiven Erlebnis. Die imposante steirische Kulisse tat ihr Übriges. Das einstimmige interne Fazit lautet: Fortsetzung folgt garantiert!




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